Wie alles begann

Erfahrungen

Jemand der über sich hinauswächst, wird zu jemand Neuen. Er wird seine alte Identität Loslassen und sich eine neue Identität erarbeiten. Das geht nicht von allein. Wenn man wirklich etwas Neues erreichen möchte, dann geht kein Weg an bestimmten Phasen der Veränderung vorbei.

Dieses Buch ist eine Reise, in der Du diese Phasen für Dich aktivierst. In der Du Dich entpuppen kannst. In der Du Dein Mindset so veränderst, dass es zu einer Persönlichkeit passt, die Du dir vorstellst. Dazu gehört das Wissen, wie Du sein möchtest, wie auch die Schritte,welche Dich über die Hindernisse führen. In diesem Buch möchte ich Dir zeigen, wie du erstrahlen kannst. Das Bild des Rubins, der aus der Erde geholt wird und dann in verschiedenen Schritten immer mehr zu einer glänzenden besonderen Form wird, ist der Wegweiser in dieser Geschichte. Erst ist der Edelstein ganz roh, dann kommt der Grobschnitt, der Feinschliff und dann vielleicht noch eine besondere Form, wie der Herzschliff. Dies ist auch der Weg, den Du für Dich gehen kannst. Etwas ganz Besonderes werden. Und all das beginnt in Deinem Denken. Dieses zu Formen ist zu jedem Moment möglich. Jeder Gedanke, den Du denkst, kann von der richtigen Kraft der Veränderung getragen werden. Begleite mich auf diesem Weg durch das Buch und sei neugierig, wie der Code des Rubins auch Dir einen Weg zeigen kann.

Gleichzeitig ist dieses Buch auch eine Anleitung, wie man die Menschen, mit denen man lebt, die man liebt oder mit denen man arbeitet, anders sieht. Wie wir dadurch, dass wir ihren leuchtenden Rubin unter den Schichten erkennen, diesen auch an die Oberfläche bringen können. Und es ist auch ein Buch für Coaches, die Menschen auf diesem Weg unterstützen möchten.


Entwicklung braucht Erfahrungen

Entstanden ist der Rubincode nicht aus heiterem Himmel. Ich bin selbst durch die Phasen der Veränderung gegangen und es war oder ist nicht immer leicht. Doch der Weg hat sich gelohnt. Daher ist auch meine Geschichte ein Teil dieser Veränderung. Und damit nicht genug. Als Physiker bin ich auch immer Beobachter. Ich halte mich an die aktuelle Forschung und belege die Wege auch wissenschaftlich. Es ist ein Bedürfnis zu erfahren, wie Veränderung in diesem komplexesten aller bekannten Lebewesen, dem Mensch, geschieht. Dafür lege ich ein Glossar mit Leseempfehlungen im Anhang an. Und starte schon mal mit einem kleinen Widerspruch.


Wissenschaft oder Fügung?

Es existiert heute auf dieser Welt immer noch ein Paradoxon, dass sich nicht wirklich auflösen lässt. Da ist auf der einen Seite die Wissenschaft, welche meint alles erklären zu können, wenn es belegbar und auf Regeln aufbaut ist. Auf der anderen Seite machen Menschen immer mehr Erfahrungen, die sich nicht mit den gängigen Mitteln der Wissenschaft beschreiben lassen. Weil wir eben doch noch nicht alles verstehen und wissen. Wir meinen es nur. Um in dieser Welt seinen richtigen Weg zu finden braucht es mehr als nur gute Beziehungen und Jobs, die eine Menge Geld geben. Es braucht auch Sinnhaftigkeit in der Arbeit und Wachstum hin zu alternativen Arbeitsmethoden. Und es braucht die Kohärenz im Sein. Das ist ein Gefühl bis in die tiefste Zelle hinein Vertrauen auf den eigenen Weg zu haben.

Das Gegenteil dazu ist die Realität. Menschen landen in Schleifen, die das Geldverdienen als höchsten Wert definieren. Und durch hohe Lebenshaltungskosten können nur noch mehr Leistung für Geld das wieder ausgleichen. Es schaukelt sich hoch. Zeit ist das höchste Gut. Und um mal wieder zu erkennen was Sinn macht, braucht man schon einen Urlaub, der länger als drei Wochen ist, damit man an die Tiefen der eigenen Existenz kommt. Oft sind es auch Zusammenbrüche oder Krankheiten, die dazu zwingen wieder genau hinzusehen. Oder jemand ist ganz radikal und macht sich bewusst auf, neue Wege zu gehen: Zur Ausbildung als Coach, Mentaltrainer oder Yogalehrer. Alles nur keine sinnlose Arbeit mehr. Bis hin zum „Guru-Hopping“, wo das Gefühl von höherer Bedeutung bei bekannten Gurus dieser Welt nachgejagt wird.

In genauso eine Welt der Unterschiede bin ich hineingeboren. Ich habe mich in der Zeit, die ich als Erwachen des bewussten Lebens definiere, dafür entschieden, mich zuerst der Wissenschaft anzuschließen. Ich habe physikalische Elektronik studiert, ein Ingenieursstudium. Ich habe Programmierung gelernt und mich zu Anfang der Neunziger Jahre dort auch in einem stark von der Technik geprägten Job niedergelassen. Doch nach 2 Jahren kam alles anders. Innerhalb von zwei Monaten begann ich Fehler zu machen, die mir vorher nie passiert waren. Diese häuften sich und einer der Fehler war dann doch auch für das junge Unternehmen zu problematisch und ich flog in hohem Bogen aus meinem Job raus. Zuerst eine Katastrophe, dann jedoch begann sich mein Leben auf eine Spur einzuklinken an die ich nie gedacht hätte.


Die andere Seite

Meine ältere Schwester hatte zu der Zeit ein Institut für natürliches Heilen gegründet und dafür ein Schloss gepachtet. Sie bot mir an, in der Übergangszeit als Organisator zu helfen und natürlich sagte ich ja. Wer will schon die Chance verpassen auf einem Märchenschloss zu leben und zu arbeiten. Ich wurde der junge Kalfaktor des Teams, kümmerte mich um Technik und Organisation und machte ab und an auch mal Schlossführungen oder schnitt den Efeu in 15 m Höhe. Doch interessant wurde es erst, als eine Ärztin zu uns ins Team kam, die krebskranke Patienten mitbrachte, welche mit einer Therapie, die fast ausschließlich auf Ernährungsbasis stattfand, tiefgreifende Prozesse auslöste. Bei ihren Klienten und bei mir. Denn während der Heilprozesse der Klienten änderte sich auch deren psychologischer Zustand. Und das war schwer auszuhalten. Heute würde man das auch eine Heilkrise nennen. Die psychologische Betreuung durch die Ärzte war nicht immer ausreichend. Ich jedoch war irgendwie für die greifbar. Und so erzählten mir die Klienten ihre Probleme. Und ich war damit zuerst hoffnungslos überfordert. Die Wissenschaft hatte mich darauf nicht vorbereitet.


Lösungssuche

So machte ich mich auf und überlegte, was ich wohl tun könnte? Ich dachte immer lösungsorientiert und suchte neue Wege. Und so kam ich mit vielen Zufällen nach Indien, um dort Yoga- und Meditationslehrer zu werden.

Und hier trafen sich in meinem Kopf plötzlich zwei völlig unterschiedliche Welten, die versuchten gleichzeitig an derselben Stelle im Gehirn zu sein. Wäre ich nicht durch die Zeit im Schloss schon ein wenig vorbereitet gewesen, wäre ich wohl mit wehenden Fahnen auf und davon gezogen. Doch auch so hatte ich nach zwei Wochen Götter und Spiritualität und Singen die Nase so voll. Es war auch körperlich anstrengend und das Tagesprogramm ging von fünf Uhr morgens bis 11 Uhr abends mit einer Stunde richtiger Pause. Mein Denken produzierte Widerstand indem es mir einflüsterte, dass es doch nichts anderes sei als Gehirnwäsche, was da bei mir passierte. Allerdings konnte ich mir einige Dinge nicht erklären. Diese könnten ein ganzes Buch füllen und waren teilweise wirklich sehr bizarr. Ich hatte zum Beispiel eine eigene Heilkrise. Mein Körper häutete sich. Ich hatte einen Hautauschlag, der meinen ganzen Körper aufplatzen lies. Ein Arzt war nicht in der Nähe, doch einer der Yogalehrer meinte, das wäre meine Häutung, die körperlich etwas reinigte, was Teil meines alten Bewusstseins war. Spannenderweise war meine Haut nach einem Bad im Meer und einen tiefen Schlaf im Tempel plötzlich wieder fast völlig in Ordnung, das Fieber vorbei und ich konnte fast ohne Unterbrechung wieder die Tortur der Ausbildung mitmachen. Und das alles passierte innerhalb von 36 Stunden!

Trotzdem packte ich nach zwei Wochen meine Sachen und wollte schon gehen, als mein Zimmerkollege mir sagte, ich solle doch noch heute Abend bleiben, da ein Physiker aus Stanford einen Vortrag zum Thema Physik und Spiritualität halten wird. Das würde doch für mich passen. Und so war es auch. Meinem Bewusstsein öffnete sich durch diese feinfühligen und lehrreichen Erklärungen von Amit Goswami plötzlich eine neue Welt. Es fühlte sich wie eine Erleuchtung für mich an. Ein tiefes Verstehen von Aspekten, die ich bisher nicht zusammengebracht hatte. Das Verständnis, dass alles miteinander verbunden ist und es eine wissenschaftliche Basis dafür gibt. Damit war meine Lebensaufgabe geprägt. Ich wollte diese Verbindung sein zwischen Wissenschaft und dem was in der spirituellen Erfahrung der Menschen existiert.

Also machte ich mich viele Jahre lang auf den Weg und lernte. Ich vertiefte Yoga, meditierte täglich, fand Wissenschaftler und spirituelle Lehrer. Ich wurde Kommunikationstrainer und Coach fürs Business. Ich lernte mentales Training und reiste zu den Schamanen dieser Welt. Erst als mein Sohn zur Welt kam, nahm diese Phase des Lernenden ein langsames Ende und ich begann mein Wissen weiterzugeben. Wie alles, was in meinem Leben Umbrüche brachte, ist auch die Methode dieses Buches „der Rubincode“ aus Zufall entstanden. Und doch ist es perfekt ein Teil meines Lebenswegs. Denn der Rubincode ist tatsächlich die Verbindung. Er verbindet Wissenschaft, Coaching, mentales Training und Energiearbeit auf eine einzigartige Art und Weise. Die Methode kann von jedem angewandt werden und sammelt doch die Erfahrung unterschiedlicher Generationen von Lehrern.