Markus Röder

Meine ältere Schwester hatte vor 30 Jahren ein Institut für natürliches Heilen gegründet und dafür ein Schloss gepachtet. Sie bot mir an, in der Übergangszeit als Organisator zu helfen und natürlich sagte ich ja. Wer will schon die Chance verpassen auf einem Märchenschloss zu leben und zu arbeiten. Ich wurde der junge Kalfaktor des Teams, kümmerte mich um Technik und Organisation und machte ab und an auch mal Schlossführungen oder schnitt den Efeu in 15 m Höhe. Doch interessant wurde es erst, als eine Ärztin zu uns ins Team kam, die krebskranke Patienten mitbrachte, welche mit einer Therapie, die fast ausschließlich auf Ernährungsbasis stattfand, tiefgreifende Prozesse auslöste. Bei ihren Klienten und bei mir. Denn während der Heilprozesse der Klienten änderte sich auch deren psychologischer Zustand. Und das war schwer auszuhalten. Heute würde man das eine Heilkrise nennen. Die psychologische Betreuung durch die Ärzte war nicht immer ausreichend. Ich jedoch war immer irgendwie greifbar. Und so erzählten mir die Klienten ihre Probleme. Und ich war damit zuerst hoffnungslos überfordert. Die Wissenschaft hatte mich darauf nicht vorbereitet.

Also machte ich mich auf und überlegte, was ich wohl anderes
tun könnte. Ich dachte immer lösungsorientiert und suchte neue Wege. Und so kam
ich mit vielen Zufällen nach Indien, um dort Yoga- und Meditationslehrer zu
werden. Und hier trafen sich in meinem Kopf plötzlich zwei völlig
unterschiedliche Welten, die versuchten gleichzeitig an derselben Stelle im
Gehirn zu sein. Wäre ich nicht durch die Zeit im Schloss schon ein wenig
vorbereitet gewesen, wäre ich wohl mit wehenden Fahnen auf und davon gezogen.
Doch auch so hatte ich nach zwei Wochen Götter und Spiritualität und Singen die
Nase so voll. Es war auch körperlich anstrengend und das Tagesprogramm ging von
fünf Uhr morgens bis 11 Uhr abends mit einer Stunde richtiger Pause. Mein
Denken produzierte Widerstand indem es mir einflüsterte, dass es doch nichts
anderes sei als Gehirnwäsche, was da bei mir passierte. Allerdings konnte ich
mir einige Dinge nicht erklären. Diese könnten ein ganzes Buch füllen und waren
teilweise wirklich sehr bizarr. Ich hatte zum Beispiel eine eigene Heilkrise.
Mein Körper häutete sich. Ich hatte einen Hautauschlag, der meinen ganzen
Körper aufplatzen lies. Ein Arzt war nicht in der Nähe, doch einer der
Yogalehrer meinte, das wäre meine Häutung, die körperlich etwas reinigte, was
Teil meines alten Bewusstseins war. Spannenderweise war meine Haut nach einem
Bad im Meer und einen tiefen Schlaf im Tempel plötzlich wieder fast völlig in
Ordnung, das Fieber vorbei und ich konnte fast ohne Unterbrechung wieder die
Tortur der Ausbildung mitmachen. Und das alles passierte innerhalb von 36
Stunden!

Trotzdem packte ich nach zwei Wochen meine Sachen und wollte
schon gehen, als mein Zimmerkollege mir sagte, ich solle doch noch heute Abend
bleiben, da ein Physiker aus Stanford einen Vortrag zum Thema Physik und
Spiritualität halten wird. Das würde doch für mich passen. Und so war es auch.
Meinem Bewusstsein öffnete sich durch diese feinfühligen und lehrreichen
Erklärungen von Amit Goswami plötzlich eine neue Welt. Es fühlte sich wie eine
Erleuchtung für mich an. Ein tiefes Verstehen von Aspekten, die ich bisher
nicht zusammengebracht hatte. Das Verständnis, dass alles miteinander verbunden
ist und es eine wissenschaftliche Basis dafür gibt. Damit war meine
Lebensaufgabe geprägt. Ich wollte diese Verbindung sein zwischen Wissenschaft
und dem was in der spirituellen Erfahrung der Menschen existiert.

Also machte ich mich viele Jahre lang auf den Weg und
lernte. Ich vertiefte Yoga, meditierte täglich, fand Wissenschaftler und
spirituelle Lehrer.   Ich wurde Kommunikationstrainer
und Coach fürs Business. Ich lernte mentales Training und reiste zu den Schamanen
dieser Welt. Erst als mein Sohn zur Welt kam, nahm diese Phase des Lernenden
ein langsames Ende und ich begann mein Wissen weiterzugeben.

Wie alles, was in meinem Leben Umbrüche brachte, ist auch die Methode dieses Buches „der Rubincode“ aus Zufall entstanden. Und doch ist es perfekt ein Teil meines Lebenswegs. Denn der Rubincode ist tatsächlich die Verbindung. Er verbindet Wissenschaft, Coaching Wissen, mentales Training und Energiearbeit auf eine einzigartige Art und Weise. Die Methode kann von jedem angewandt werden und sammelt doch die Erfahrung unterschiedlicher Generationen von Lehrern.

Heute bin ich Coach und Trainer, lebe mit einer Schamanin zusammen und führe Menschen in die Veränderung. Ich arbeite sowohl mit Unternehmen, als auch mit Klienten, die zu mir kommen und es ist die Berufung, die ich viele Jahre gesucht und dann mit viel Herzblut aufgebaut habe.